Lernwerkstatt der Universität Erfurt

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Elternarbeit

Ein Beitrag aus dem gemeinsamen Kooperationsseminar „Digital Teilhaben“ mit der Universität Siegen

von: Chantal, Sara, Rabea und Philipp

 

Willkommen zurück!

Thema heute wird sein, die Elternarbeit in der Schule genauer zu beleuchten. Dabei steht für mich (Philipp) neben der Zusammenarbeit von Lehrerinnen/Lehrern und Eltern auch die Einbeziehung der Eltern in den Schulalltag ihrer Kinder im Vordergrund.

Auch wenn viele Eltern es nicht gerne hören mögen, so sind es häufig die Lehrkräfte, die Auffälligkeiten im Verhalten ihrer Kinder zuerst bemerken, besser beurteilen und diagnostizieren können. Gerade was den Aspekt des Lernens betrifft, können Eltern nicht dieselbe Expertise stellen wie ausgebildete Lehrkräfte. Aus diesem Grund ist der Austausch zwischen Lehrer/in und Eltern essentiell. Doch hier besteht meist der größte Reibungspunkt.

„Früher hatte man noch Respekt vor Lehrern!” Diesen Satz wird sicherlich jeder im Laufe seines Lebens das ein oder andere Mal gehört haben. Liegt die häufig geringe Wertschätzung der Arbeit der Lehrkräfte seitens der Eltern wirklich nur am fehlenden Respekt? Diese Frage wird im Folgenden zwar nicht beantwortet werden können, vielmehr wird aber Wert darauf gelegt, wie man als Lehrer/in eine Beziehung zu den Eltern aufbauen, diese pflegen und zugunsten des Kindes nutzen kann.

Wie führe ich ein Elterngespräch und was sind Regeln der Gesprächsführung?

Hierzu sind zwei Aspekte entscheidend: zum einen die Gestaltung der äußeren Situation und zum anderen die Regeln der Gesprächsführung.

Gestaltung der äußeren Situation

Gespräche im leeren Klassenzimmer auf Kinderstühlen, wie man sie gleich vor Augen hat, wenn man an ein Lehrer-Eltern-Gespräch denkt, sollten nicht die Regel sein. Im Ausnahmefall kann ein Gespräch auch im Klassenzimmer stattfinden, dann aber nicht auf Kinderstühlen, man möchte doch ein Gespräch auf Augenhöhe führen.

Elterngespräche sollten grundsätzlich in ruhiger Umgebung in (wenn vorhanden und an der jeweiligen Schule umsetzbar) einem ansprechend eingerichteten Sprechzimmer stattfinden. Störungen sollten vermieden werden und ein Getränk lockert die Stimmung gleich ein wenig mehr auf. So kreiert man eine angenehme Atmosphäre, der es sowohl den Eltern als auch der Lehrkraft ermöglicht, offen über die Kinder zu sprechen.

Regeln der Gesprächsführung

Zuhören ist hier das Zauberwort. Und damit ist nicht gemeint, so zu tun, als würde einem das Gerede des Gegenübers interessieren. Den Eltern sollte durch körperliche und verbale Signale sichtbar gemacht werden, dass man ihnen zuhört. „Ich sehe, dass Sie sich Sorgen machen.” ist ein klassischer Satz, um dem Elternteil deutlich zu machen, dass man es ernst nimmt und die Gefühle wahrnimmt.

Ungebetene und verfrühte Ratschläge und Empfehlungen sollten vermieden werden, um keine negativen Gefühle beim Gegenüber auszulösen. Überreden, Warnen, Drohen oder Bagatellisieren sind ebenfalls Handlungen, die den Aufbau einer Beziehung zu den Eltern erschweren.

Gesprächsstörer und Gesprächsförderer

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es einerseits Gesprächsstörer gibt wie das Ironisieren, Ausfragen oder von sich selbst reden, die die Kommunikation erschweren und zum oben genannten fehlenden Respekt führen könnten. Zum Aufbau ebendiesen Respekts dienliche Gesprächsförderer zählen andererseits unter anderem die Zusammenfassung der Ausführungen des Gesprächspartners, Nachfragen oder das Geben von Denkanstößen.

Selbstverständlich folgt nicht jedes Gespräch denselben Mustern. Wichtig ist bloß, sich auf das Gegenüber einzustellen, auf ihn einzugehen, Verständnis zu zeigen und ihm das Gefühl zu geben, es sei Willkommen. Denn Fakt ist: Die Kontaktinitiative sollte vonseiten der Lehrkräfte kommen. Kontaktfreudigere Lehrer/innen ziehen häufig einen höheren Anteil an kontaktfreudigeren Eltern nach sich. Außerdem können so kontaktschwächere Eltern stärker eingebunden werden.

Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Eure Lehramtis

 

Literatur:

Dusolt, Hans (2018): Elternarbeit als Erziehungspartnerschaft: ein Leitfaden für den Vor- und Grundschulbereich. Basel: Beltz.

Sacher, Werner (2014): Elternarbeit als Erziehungs- und Bildungspartnerschaft: Grundlagen und Gestaltungsvorschläge für alle Schularten. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

 

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