Lernwerkstatt der Universität Erfurt

design your education

Bewegung, Kunst, Musik

Bildquelle: pixabay.com

 

Man nehme:

1 gehäuften Esslöffel Ehrgeiz

1 Prise Kreativität

1 Schuss Neugier

und jede Menge Spaß

Die perfekten Zutaten für einen bewegten Schulalltag, der garantiert alles andere als langweilig wird!

Ein Beitrag aus dem Seminar „Digital Teilhaben“

von: Emma, Ferdaus, Lea und Caro

Habt ihr schon einmal etwas von einem Bewegungsraum gehört?

Dieser zielt darauf ab, dass sich jeder besser konzentrieren und besser den  Schulstoff aufnehmen und verarbeiten kann, wenn ausreichend körperlicher Ausgleich zu den kognitiven Anstrengungen angeboten wird. Die Kinder können nach einigen ausgewählten Übungen ihrer Arbeit wieder motiviert nachgehen und erfahren gleichzeitig sehr viel über ihren persönlichen Bewegungsapperat und schulen ihren Gleichgewichtssinn.

Vor allem durch Gesten, rhythmisches Bewegen oder durch lautes Wiederholen von Inhalten können Wörter, Zahlen und Inhalte leichter behalten werden. Grund dafür sind die motorischen Zentren des Gehirns, die für die Informationsverarbeitung und -speicherung verantwortlich sind. Die motorischen Zentren des Gehirns werden zum Beispiel durch Bewegung aktiviert und gefördert. Ebenso wie die Sauerstoffversorgung unseres Gehirns. Denn der Sauerstoff bringt die Voraussetzung für eine aufmerksame Arbeitsweise mit sich. Das Gehirn braucht Sinnesreize und einen aktiven Stoffwechsel, damit die Nervenzellen im Gehirn ausreichend aktiv sind, denn nur so kann Aufmerksamkeit entstehen. (siehe Quelle1)

Die “Aktiv-Räume”, also der Musik-,Kunst- und Bewegungsraum, sollen die Möglichkeit bieten, die Kinder spielerisch im Unterricht an die Geräte beziehungsweise Instrumente heranzuführen und zu begeistern.

Der Kunstraum – ein Raum, in dem Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen können…

Kirsten Winderlich, Professoorin an der Universität der Künste Berlin, wagte ein Experiment und kreierte unter  anderem mit der      Nachwuschsdesignerin Judith Seng einen ungewöhnlichen Kunstraum. „Statt frontal ausgerichteter Tischreihen gibt es Arbeitsflächen in verschiedenen Höhen.

Die Kinder können sich auch darauf setzen, davor knien und sie durch den Raum schieben. Überall an den Wänden können die Werke mit Magneten aufgehängt werden.“ Mit Hilfe eines solchen Raumes begegnen sich Lehramtsstudierende, Schulinder und Künstler und womöglich entstehen auf diese Weise Gedanken zu neuen didaktischen Modellen. (siehe Quelle2)

Und da die Kreativität nun einmal von Freiheit lebt, kann auch eine passende Möblierung den Prozess tatkräftig unterstützen. Diese sollte bestenfalls stufenlos in der Höhe und Schräglage beliebig verstellbar und leicht zu reinigen sein. Gängige „Old School-Tafeln“ an den Wänden begrenzen diese freie Nutzung des Raumes. Das sogenannte ASS-Tafelsystem erlaubt es dahingehend, die einzelnen Tafelelemente von den Schienen an der Wand zu nehmen, zu beschriften und im Anschluss anders angeordnet aufzuhängen. Ebenso bringen Rollen unter den Möbeln Bewegung in einen Raum. Eine solche flexible Lernlandschaft ermöglicht so die Umsetzung unterschiedlich pädagogischer Konzepte und ganz neben ´bei werden ergonomische Anforderungen an einen Unterrichtsraum eingehalten. Drehbare Stühle erlauben ein dynamisches Sitzen und beugen langfristig Haltungsschwächen und -störungen vor (siehe Quelle3). Allerdings würde ich von Raumteilern absehen, da sie meiner Meinung nach dem Raum seine Freiheit schnell nehmen können.

Die gleichen Ansätze wären auch für unseren Musikraum wünschenswert. Zusätzlich sollte dieser Raum besonders schalldicht isoliert werden, damit der Unterricht im benachbarten Raum nicht allzu sehr gestört wird. Um den Schülern und ihrer Neugier zu begegnen, wäre es durchaus von Vorteil, einige Instrumente in diesem Raum zur Verfügung stellen zu können. Das Highlight in diesem Raum sind Aufnahmegeräte mit denen die Kinder Geräusche jeglicher Art aufnehmen und wieder abspielen können, egal ob Gesang oder mit Instrumenten erzeuge Geräusch. So ist es möglich den Klang eines Chores nachzuempfinden. Für diesen Raum könnte man durchaus in Erwägung ziehen, ob Tische womöglich gänzlich fehlen können. Somit lässt sich ein Sitzkreis zügig in freie Fläche verwandeln.

Unsere Idee war es, die Räume aktiv mit in den Unterricht einzubeziehen. Sie sollen einerseits den Unterricht auflockern und zur geistigen sowie körperlichen Entspannung dienen, um nach intensiven Konzentrationsphasen des Lernens, entweder durch Bewegung oder musischer beziehungsweise künstlerischer Kreativität Abwechslung zu ermöglichen. Kinder können sich im Durchschnitt nicht länger als 20 Minuten am Stück konzentrieren, da Sinnesreize, die das Gehirn über das Gleichgewichtigssystem erhält, entscheidet wie wach jemand ist, informiert über die Lage des Körpers und ist somit besonders abhängig von Bewegung. (siehe Quelle 4)

Auf der anderen Seite sollen die Räume auch einen Ort bieten in dem außerhalb des Unterrichts, also in den Pausen, gemeinsam gelernt und entdeckt werden kann. Kindern wird so die Möglichkeit geboten, durch Balanceübungen und Croskoordinative Spiele sich mit ihrem Körper mehr oder weniger unbewusst auseinander zu setzen, so ein besseres Körpergefühl zu erlangen und nebenbei vieles zur Förderung und Erhaltung der eigenen Gesundheit beitragen. (siehe Quelle 5)

Quelle1: https://www.tk.de/techniker/gesund-leben/life-balance/familie/besser-lernen-mit-bewegung-2009494

Quelle2: https://www.tagesspiegel.de/wissen/zeitgemaesser-kunstunterricht-neues-lernen-in-der-grundschule-der-kuenste/11674962.html

Quelle3: https://www.sichereschule.de/lernraumunterrichtsraum/lernraum/moblierung

Quelle4: http://lexikon.stangl.eu/6553/konzentrationsspanne/

Quelle 5: https://www.wtv.de/sites/default/files/Strakerjahn%20-%20Kinetik.pdf

(Ein sehr interessanter Beitrag zum Thema  Croskoordinatives Training, welches für uns an dieser Stelle zu weit führen würde aber trotzdem unbedingt lesenswert ist)

 

 

 

 

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2019 Lernwerkstatt der Universität Erfurt

Thema von Anders Norén