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Digitale und inklusive Leistungsbewertung – wie könnte das aussehen?

Bildquelle: pixabay.com

 

Wahrscheinlich ist dies für viele von euch eine altbekannte Situation; am Ende des Schuljahres bekommt man ein Zeugnis über die Arbeiten, Leistungen und Mitarbeiten, die man während des Halbjahres angesammelt hat. Oft wird hier allerdings mit Noten einer nicht wirklich transparenten Skala bewertet, ohne auf die jeweiligen individuellen Vorkenntnisse und Entwicklungen einzugehen. Die Gefahr besteht, dass persönliche Aspekte ungesehen bleiben, die zwar nicht direkt schulbezogen sind, aber doch Einfluss auf die Kinder und ihr schulisches Verhalten haben. Auch der Vergleich mit Klassenkameraden ist oft sehr problematisch, da diese durch ihre eigenen Voraussetzungen in Bezug auf dieselben Aufgaben bevor- oder benachteiligt sein könnten.

Als problematisch erweist sich somit oft die fehlende Transparenz der Notengebung, die aus den zu wenig diversen Möglichkeiten für Leistungserbringung und Typen von Aufgaben zu resultieren scheint.

Im Rahmen des Seminars “Digital teilhaben”, das standortübergreifend von den Hochschullernwerkstätten Erfurt sowie Siegen durchgeführt wird, haben wir die Aufgabe, uns mit der schulischen Leistungsbewertung zu beschäftigen, die sowohl Ansprüche der Digitalität sowie Aspekte der Inklusion erfüllt. Das zugrunde liegende Phänomen für die scheiternde Inklusion wird darin gesehen, dass Studentinnen und Studenten momentan noch nicht ausreichend in Herangehensweisen für späteres inklusives und digitales Arbeiten in der Schule sensibilisiert werden.

Unser Team besteht sowohl aus Siegener wie auch aus Erfurter Studentinnen. Ein großer Vorteil liegt darin, dass wir multiprofessionell aufgestellt sind (Grundschullehramts- sowie BASTEI Studentinnen), wodurch sich bereits seit Beginn der Zusammenarbeit verschiedene Blickwinkel auf das Thema ergeben haben. Durch die Standortverbindung von Erfurt und Siegen werden die Grundaspekte unserer Aufgabenstellung wieder aufgegriffen; die Projekte digital sowie inklusiv zu realisieren. Unser zu erarbeitendes Projekt bezieht sich auf einen der Teilaspekte, der für werdende Lehrerinnen und Lehrer Relevanz besitzt; die Leistungsbewertung. Unser Lösungsansatz ist ein Programm namens Twine, welches über die erforderliche Neustrukturierung in Bezug auf die Lehrkräfte, aber auch über alternative Verfahren der Leistungsbewertung informiert.

In unserem Bachelor-Studiengang “Primare und elementare Bildung” sind leider keine Lehrveranstaltungen zum Thema “Leistungsbewertung” vorgegeben, weswegen unser erster Arbeitsschritt für das Projekt in einer ausführlichen Literaturrecherche bestand. Die Problematik der tradierten Leistungsbewertung ist dabei bereits bei Felix Winter, Sabine Czerny, Silvia-Iris Beutel, aber auch bei vielen anderen beschrieben worden. Daher gibt es bereits verschiedene Ansätze, mit denen digitale und inklusive Teilhabe ermöglicht werden soll.

Einen Ansatz stellen die sog. Lernkontrakte dar, die zwischen Lehrer/in und Schüler/in geschlossen werden. Zentral darin verankert wird eine Absprache über die Themen, die das betreffende Kind erarbeiten und lernen will. Dies geschieht meistens außerhalb des Unterrichts, wo der Schüler oder die Schülerin seinen/ihren jeweiligen Interessen anhand selbst gewählter und unterrichtsrelevanter Ziele nachgehen kann. So können Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden und gleichzeitig selbstständig und gezielt lernen. Auch eine Diagnostik im pädagogischen Sinne wird somit möglich gemacht; bewertet werden auch Lernfortschritte und nicht nur die in einem einzelnen Moment erbrachten Leistungen.

Doch dazu mehr bei Twine. Das Programm wird euch ab Ende Januar zur Verfügung gestellt, darüber werden wir dann auch noch in einem extra Blogeintrag berichten. Bislang haben wir neben unserem Projekt auch eine Instagram-Seite erstellt;

Dort, sowie natürlich per Mail, könnt ihr uns schreiben, falls ihr Fragen, Kritik, Anregungen, Ideen, Vorschläge oder Ähnliches habt!

Wir würden uns sehr freuen, von euch zu hören 🙂

Philine, Ricarda, Nina, Milena und Luisa

Verwendete Literatur dieses Eintrags ist das Buch „Leistungsbewertung: eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistungen“ von Felix Winter, welches 2016 in der 7. Auflage erschienen ist

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